Bauhaus will an die A40-Ausfahrt WAT-West

Ehemaliges Aquella-Gelände an der A40 von der Berliner Straße aus
Seit der Insolvenz von Aquella (Westquell) an der Berliner Straße sind in den Rathäusern in Wattenscheid und Bochum einige Vorschläge diskutiert worden. Spedition und Logistik waren auch ein Thema, stießen bei den Anwohnern in Leithe aber nicht auf große Gegenliebe. Das wundert kaum, da schon auf der Rückseite des Geländes, an der Steeler Straße, eine Initiative gegen den dortigen Lkw-Verkehr vorgeht. Aber auch eine vorderseitig angebundene Errichtung eines Baumarkts wurde problematisiert, da eine Zunahme des Verkehrs und des Abbiegeverkehrs mit folgender Staugefahr befürchtet wird. Die Stadtverwaltung hat eine neue Lösung und verkehrliche Untersuchung in Aussicht gestellt. Die liegt jetzt vor. Der Baumarkt der Kette “Bauhaus” will vom Bahnhof Wattenscheid in Westenfeld, Autobahnausfahrt Wattenscheid, herziehen und sich vergrößeren.

Die Situation unweit des Wattenscheider Bahnhofs ist unbefriedigend für Bauhaus. Für Gartenartikel und Baustoffe ist nicht genügend Platz. Parkplätze könnten auch mehr zur Verfügung stehen. Wer den neuen Bauhaus in Bochum-Hofstede besichtigt, weiß wohin Bauhaus in Zukunft will. Und das alles benötigt viel Fläche, die am besten noch verkehrsgünstig angebunden ist.

Das Aquella-Gelände an der Berliner Straße ist vom Flächenangebot und der verkehrlichen Anbindung beinahe ideal. Allerdings darf der Kundenverkehr in der Ein- und Ausfahrt des zukünftigen Parkplatzes nicht die Berliner Straße verstopfen. Mit einer Nutzung der Fläche für diese Art des (nicht zentrenrelevanten) Einzelhandels geht jedoch eine Gewerbefläche verloren. Die sind in der Metropole Ruhr derzeit Mangelware. Aber die Akzeptanz an dieser Stelle seitens der Bevölkerung schätze ich als gering ein. Die Chance besteht gleich einem Puzzle im parallelen Freizug des kleineren Bauhaus-Marktes am Bahnhof. Dafür ist zugesagt, dass dort nicht wieder Einzelhandel hinkommt. Es geht auch um den Schutz der Wattenscheider Innenstadt. Die Nutzungsänderung erfordert auch eine Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans in Abstimmungen mit den beteiligten Nachbarstädten.

Für die Bebauung liegen den politischen Gremien jetzt zwei Varianten zum Bebauungsplan Nr. 917 vor. Beide sehen eine Wohnbebauung auf einem Teil der Fläche vor. In der Variante 1 müssen weniger Bäume fallen, aber die verkehrliche Anbindung des Lkw-Lieferverkehrs erfolgt über die Steeler Straße. Auch sind hier Lärmschutzwände nötig. In der Variante 2 müssen mehr Bäume weichen, aber der Lieferverkehr muss nicht über die Steeler Straße. Auch erfolgt die Wohnbebauung in Variante 2 nicht an der viel befahrenen Berliner Straße sondern an der Steeler Straße. Da mir das Schutzgut Mensch wichtiger als Bäume sind, die ich aber auch schätze, kommt für mich nur Variante 2 in Frage. So sieht es auch die Verwaltung. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Grünen als Baumschützer aufspielen. Ich sehe noch die Option, dass im Rahmen der Wohnbebauung zusätzliche Bäume neu gepflanzt werden.

Protest an der Steeler Straße in Wattenscheid
Zu klären ist vor allem die verkehrliche Situation auf der Berliner Straße. Weiteren Verkehr auf der Steeler Straße zu vermeiden, scheint mir geboten zu sein. Hier kann ohne viel Lärmschutz das Wohngebiet arrondiert werden. Für die Bäume ist nach Möglichkeiten für Ersatzpflanzungen zu suchen. Auf dem zukünftigen Parkplatz sind bereits zahlreiche vorgesehen. Bisher liegt dort eine vollständig versiegelte Asphaltfläche.

An der Berliner Straße lägen dann nicht weit voneinander entfernt zwei Gartencenter: der von Bauhaus und Schleys Blumenparadies. Der Markt wird zeigen, ob sich das verträgt.

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